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Getrennte Sammlung im Landkreis Dachau:

Vereine sammeln Zeitungen und überwachen Container

Nach zähem Ringen mit dem Landkreis durchgesetzt – 69 Kilogramm Altpapier pro Einwohner

Die Altpapiererfassung im Landkreis Dachau ist rekordverdächtig: 69 Kilogramm pro Einwohner wurden 1993 erfaßt, Tendenz bisher ständig steigend. Der Dachauer Arbeitskreis Umweltschutz und Entwicklungshilfe organisierte von Anfang an um eine sortenreine Sammlung – schon seit 15 Jahren, lange bevor das "Duale System" entstand. Als der Landkreis mit der Verpackungsverordnung eine Papiertonne einführen wollte, leisteten die Ehrenamtlichen zähen Widerstand und überzeugten letztlich die Behörde. Denn Johann Hechendorfer vom Arbeitskreis errechnete, dass schon ohne DSD die Erfassungsquote im Landkreis außerordentlich hoch war.

Mittlerweile kümmert sich in jeder Gemeinde ein Verein um die Sammlung. Die Vereine haben einen Vertrag mit dem Entsorgungsunternehmen, das für die Sammlung des übrigen DSD-Abfalls zuständig ist. Unabhängig vom Marktpreis erhalten sie einen festen Preis pro Tonne Altpapier , das in den vom Entsorgungsunternehmen aufgestellten Containern landet. Die gesamte Erfassung trägt die Handschrift der Bürger, bis hin zur Beschriftung der Container: an jedem Standort mindestens zwei Behälter, je einer für Papier und einer für Karton.

Ohne lange Anlaufzeit stieß die Aktion in den Gemeinden auf großes Echo: Überall fanden sich Vereine und Initiativen, die in ein- bis zweimonatlichem Abstand samstags eine Straßensammlung für gebündelte Zeitungen und Zeitschriften organisieren. Die mit Anhängern und Transportern eingesammelten Bündel werden zum Recyclinghof gefahren. Dort sortieren die freiwilligen Helfer Plastiksäcke und Pappkartons aus, das grafische Altpapier landet sortenrein im Container.

Auf diese Weise werden auch Bürger eingebunden, die ansonsten dem Umweltschutz eher passiv gegenüberstehen. Sie identifizieren sich mit der Arbeit "ihres" lokalen Vereins und unterstützen die aktiven Helfer, indem sie ihr Altpapier auf die Straße stellen. Bis zu ein Drittel des Altpapiers wird so über die Straßensammlung erfasst. Unabhängig davon sind in den einzelnen Gemeinden Depotcontainer aufgestellt. Pappe und Verpackungen werden über diese Depotcontainer entsorgt. Die "Holware" aus der Straßensammlung landet letztlich im selben Container wie die "Bringware" – für beides zusammen erhalten die Vereine ihr Entgelt. Das motiviert auch diejenigen, die zum Wertstoffhof kommen – verunreinigtes Papier schadet nicht einer anonymen Behörde, sondern der lokalen Initiative.

Die Dachauer Initiative koordiniert die Leerung der Container durch einen Spediteur, der das Papier zur Sortieranlage bringt. Dort ist Altpapier aus Dachau gerne gesehen: "Es läuft mit einer Affengeschwindigkeit über das Band", sagt Hechendorfer. Der Gehalt an Verunreinigungen liegt unter einem Prozent. Wilhelm Blaha vom Sortierbetrieb Faserstoff Kinsau bestätigt: "Wenn das Papier immer so aussehen würde wie das aus Dachau, dann hätten wir hier viel weniger Sortieraufwand." Seine Rückmeldung erreicht und motiviert wieder die Helfer der Vereine. Heute dient der Landkreis als Muster für eine vorbildliche Altpapiererfassung. Hechendorfer lächelt über die Vertreter des Landkreises, die heute mit dem Entsorgungssystem äußerst zufrieden sind: "Das hat uns anfangs keiner zugetraut."

Bei Fragen helfen wir Ihnen gerne weiter.


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Letzte Änderung: 05.02.2007