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Pressemitteilung 3/2001

Digitale Drucktechniken:

Ein Albtraum für das Papierrecycling?

Viele Digitaldruckfarben lassen sich kaum entfernen

(Kurzfassung)

Der Markt für digitale Drucktechniken wächst. Schon bald werden immer größere Anteile damit hergestellter Druckerzeugnisse ins Altpapier von Haushalten und Büros gelangen - sie werden zu neuem Rohstoff, der in den Papierfabriken rezykliert wird. Aber die Deinkbarkeit vieler Digitaldrucke könnte zu einer Bedrohung des etablierten Recyclingsystems werden: Einige dieser Druckerzeugnisse lassen sich leicht deinken, andere jedoch führen zu ernsthaften Problemen, die den gesamten Deinkingprozess gefährden. Eine Reihe von Untersuchungen, die Wissenschaftler des französischen Centre Technique du Papier (CTP) kürzlich vorstellten, hat außerdem gezeigt, dass alle wasserbasierenden Farben erhebliche Schwierigkeiten beim Deinken bereiten.

Nur wenige Anbieter digitaler Druckverfahren beteiligten sich an einem Workshop am CTP in Grenoble, bei dem aktuelle Untersuchungen zum Thema Deinkbarkeit von Digitaldrucken vorgestellt wurden. Der Workshop war vom CTP organisiert worden, mit der INGEDE unterstützten die wichtigsten europäischen Papierfabriken, die Altpapier verarbeiten, die Veranstaltung. Auch die Französische Behörde für Umwelt und Energiemanagement (ADEME) beteiligte sich an dem Workshop.

Probleme bereiten vor allem wasserbasierende pigmentierte Farben für Tintenstrahldrucker, die in zunehmendem Maße von den führenden Bürodruckern (HP, Epson, Canon, Lexmark und anderen) weltweit eingesetzt werden. Die damit bedruckten Papiere sind nicht nur undeinkbar – schon zehn Prozent dieser Papiere im Altpapier reichen aus, um die gesamte Papierladung für ein Recycling zu neuem grafischem Papier unbrauchbar zu machen. Für diejenigen Papierfabriken, die Altpapier als Rohstoff für neue grafische Papiere einsetzen, ist es deshalb von größter Bedeutung, mit Tintenstrahldrucker- und Tintenherstellern zu kooperieren und rechtzeitig Lösungen für dieses Problem zu finden. Ähnliche Schwierigkeiten treten auch mit anderen wasserbasierenden Farben auf, wie sie beispielsweise bei der neuen Elcografie-Drucktechnik verwendet werden. Die Deinkbarkeit ganz neuer wasserbasierender Farben (z. B. von Scitex oder Barco) muss erst noch weiter untersucht werden.

Unter den tonerbasierenden Farben gibt es einige, die zu akzeptablen Deinkingergebnissen führen, andere sind überhaupt nicht deinkbar. Dies gilt vor allem für das neue "Indigo"-Verfahren und, in etwas geringerem Maße, auch für einige Xerografie-Drucke. Die Deinkbarkeit von Laserdrucken und Fotokopien fällt sehr unterschiedlich aus, sie hängt unter anderem ab vom verwendeten Gerät, vom Toner oder den Fixierbedingungen. Hier muss gemeinsam mit Drucker-, Kopierer- und Tonerherstellern noch intensiver untersucht werden, welche Farben sowohl ein gutes Druckergebnis wie auch gute Deinkbarkeit liefern.

Das CTP bereitet derzeit ein Forschungsprojekt vor, das von INGEDE und ADEME gefördert wird. Ein Ziel des Anfang 2002 anlaufenden Projektes ist es, die Aufmerksamkeit bei der Entwicklung neuer Farben und Farbmischungen für den Digitaldruck verstärkt auf mögliche Auswirkungen auf den Deinkingprozess zu richten. INGEDE und CTP hoffen, dass weitere Farben- und Druckmaschinenhersteller, Drucker oder Chemikalienlieferanten für eine aktive Teilnahme an dem Projekt gewonnen werden können.

Die INGEDE wurde 1989 als Zusammenschluss führender europäischer Papierhersteller gegründet. Ziel der INGEDE ist es, die Verwertung von hellem Altpapier (Zeitungen, Zeitschriften und Büropapiere) zu neuem grafischem Papier und zu Hygienepapieren zu fördern und die Rahmenbedingungen für einen erhöhten Altpapiereinsatz zu verbessern.

19. Dezember 2001

Eine Zusammenfassung der Vorträge des Workshops mit einigen Abbildungen finden Sie hier.


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Letzte Änderung: Freitag, 2. Februar 2007