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Pressemitteilung 1/2008

Inkjet-Drucke lassen sich nicht entfärben

Tintenstrahl-Zeitungen und -Werbung sind ökologische Sackgasse

INGEDE warnt vor Problemen beim Papierrecycling

Tintenstrahldrucke können nicht wie alte Zeitungen oder Zeitschriften zu neuem Zeitungs- oder Kopierpapier rezykliert werden. Die Tinte lässt sich nicht entfernen und macht das neue Papier dunkler. Einzelne Drucke aus dem Büro oder dem Haushalt können die Papierfabriken noch verkraften, doch was Druckerhersteller jetzt auf der Fachmesse „drupa“ zeigen wollen, gefährdet den Recyclingkreislauf: Mit Inkjet gedruckte Zeitungen oder Werbesendungen sind wie ein Schwamm voll Tinte – und schon in geringen Mengen könnten solche Druckerzeugnisse dazu führen, dass das System des grafischen Papierrecyclings in Gefahr gerät.

Schon seit einigen Jahren versucht die INGEDE, dieses Problem mit Druckerherstellern und anderen Mitgliedern der Papierkette zu lösen, bisher jedoch ohne Erfolg. Im Gegenteil: Selbst Hersteller von Digitaldruckmaschinen, die bisher auf hervorragend rezyklierbare Trockentoner setzten, bieten nun mit Hinweis auf angebliche Erfordernisse des Marktes auch Tintenstrahlsysteme für hohe Auflagen an.

„Wir müssen Verlage und Agenturen informieren“, sagt Axel Fischer, Pressesprecher der INGEDE. „Schon ein einziger Verleger, der so eine Maschine anschafft, könnte das Papierrecycling in ganz Europa massiv beeinträchtigen“. Im Vorfeld der „drupa“, der weltgrößten Messe rund um Druck und Papier, die Ende Mai in Düsseldorf beginnt, will die INGEDE umfangreiche Aufklärung betreiben. „Es muss klar werden, dass mit Tintenstrahl gedruckte Werbesendungen genauso wie Inkjet-Zeitungen nicht in das System des höherwertigen Papierrecylings passen“, sagt Fischer. Deshalb müssten solche Druckerzeugnisse unter Umständen deutlich sichtbar für den Verbraucher als „nicht rezyklierbar“ gekennzeichnet werden. „In einer Zeit, in der der Klimaschutz oberste politische Priorität hat, sind nicht entfärbbare Druckerzeugnisse eine krasse Fehlentwicklung“, ergänzt Fischer.

Im Rahmen eines Europäischen Runden Tisches diskutieren Vertreter der Papierindustrie seit einigen Jahren mit der Digitaldruckbranche über das Thema Entfernen von Druckfarben. Erstmals wollen in diesem Jahr auch Inkjet-Hersteller an den Gesprächen teilnehmen. Die INGEDE hofft, so zumindest langfristig die Entwicklung zu besser entfärbbaren Systemen beeinflussen zu können. „Schon bei der Gestaltung eines Druckprodukts sollte ein Verleger oder eine Werbeagentur auch an das Recycling denken“, sagt Fischer.

Trockentoner können in dem für die Entfernung von Offset- und Tiefdruckfarben optimierten Prozess des Papierrecyclings hervorragend verarbeitet werden. Das haben Untersuchungen bei europäischen Forschungsinstituten im Auftrag der INGEDE gezeigt.

Die INGEDE wurde 1989 als Zusammenschluss führender europäischer Papierhersteller gegründet. Ziel der INGEDE ist es, die Verwertung von hellem Altpapier (Zeitungen, Zeitschriften und Büropapiere) zu neuem grafischem Papier und zu Hygienepapieren zu fördern und die Rahmenbedingungen für einen erhöhten Altpapiereinsatz zu verbessern.

26. Februar 2008

Links hierzu:

Die Pressemitteilung als pdf

Mehr zum Deinking von Digitaldrucken (englisch)

Webseite zum "European Round Table Deinking of Digital Prints"


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